Von sinnlich bis bizarr

Westfälische Nachrichten

Die für Henry Purcells Musik typischen Manierismen und Verzierungen galt es in einem stimmigen Miteinander umzusetzen und in einen lebendigen Spielfluss zu integrieren. Hierbei konnten Annegret Klenke, Beate Hartmann, Yvonne Uhlemann und Ruth Kaltenhäuser ihre ganzen Qualitäten aufzeigen und dem Publikum einen Einblick in die Gedankenwelt des Komponisten geben. Lebendigkeit und Spielfreude zeichneten ihre Interpretation aus.

Als Matthias Kirchnereit das Podium betrat, nahm er bei den „Variations sérieuses op. 54 für Klavier solo“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy das begeisterte Publikum mit in eine ganz andere Musikwelt. Mit ihren sinnlichen Klängen sind diese Variationen ein Musterbeispiel romantischer Kompositionsweise.[...] Aus diesem Genuss für die Sinne wurde es anschließend durch die bisweilen bizarren Klänge des „Streichquartett Nr. 1 Métamorphoses nocturnes“ von György Ligeti herausgerissen. Aber wenn moderne Musik so leidenschaftlich gespielt wird wie von diesen vier Musikerinnen, findet auch eine oftmals zerrissen wirkende Musik ein aufgeschlossenes Publikum. Das im Jahre 1956 entstandene Werk wurde vom Streichquartett perfekt gespielt. Diese Fantasien waren vielleicht „schwere“ Kost, aber unglaublich interessant.

Wie Balsam für die Ohren wirkte zum Abschluss das „Klavierquintett Es-Dur op.44“ von Robert Schumann. Mit Esprit und Leidenschaft gelang dem Quintett eine packende und mit viel Beifall des Publikums bedachte Interpretation.

Axel Engels
26.01.2015 Westfälische Nachrichten

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