Vergnügen mit Mozart

Thüringische Landeszeitung

Wie lange Annegret Klenke, Beate Hartmann, Yvonne Uhlemann und Ruth Kaltenhäuser schon als Klenke-Quartett zusammenspielen, weiß man nicht mehr so genau. Man weiß aber, dass jedes ihrer Konzerte die gleiche Qualität an spieltechnischem Vermögen und künstlerischer Intensität aufweist. So war es auch jetzt bei ihrem Auftritt im Festsaal des Goethehauses Weimar. Sie brillierten mit herrlich durchlichtetem Musizieren, in dem jeder Stimme das ihr gemäße, stilgerechte Ausdruckspotenzial zugestanden wird, die Mittelstimmen als klanggesättigtes Zentrum den Zusammenhalt aller Struktur garantieren und den Außenstimmen die notwendigen Freiräume für kantables Gestalten eröffnen. Es gelang ihnen sogar trefflich, sich in der eher stumpfen Akustik des gedrückten Saales zu behaupten. Mit welch grazilem Charme, welch biegsamer Rhythmik, ja welch spannungsvoller Eloquenz sie das "Jagdquartett" Es-Dur von Wolfgang Amadé Mozart darboten, war unter diesen Voraussetzungen sicher ein Ereignis für sich. "Star des Abends" war aber, sehr ungewöhnlich, ein Instrument: das Waldhorn in seiner Urform als Naturhorn und, vor 1810 bereits weiterentwickelt, als Ventilhorn. Stephan Katte, gefragter Reisehornist und in der Umgebung ansässiger Instrumentenbauer, erklärte mit persönlich gefärbten, liebevollen Worten den Unterschied. Er führte ihn auch vor, bevor er sich in die Fährnisse stürzte, die der Gebrauch des Naturhorns für Solisten wie Hörer heute bietet [...]

Hans-Jürgen Thiers / 08.12.14 / TLZ

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