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Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquintette Nr. 1-6

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Emilie Mayer
Streichquartett g-moll

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Franz Schubert
Quartette D 703, D 46, D 804

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Peter Iljitsch Tschaikowsky
Streichquartette/ Sextett

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Joseph Haydn
Sieben Worte

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Musikalische Vesper der Zuversicht

Weimarer Klenke-Quartett spielt Streichquartette von Joseph Hayden und George Alexander Albrecht

Die Freude des Nehmens war groß, denn vieles wurde gegeben am vergangenen Freitag in der Weimarer Jakobskirche. Es war eine Vesper der Zuversicht und des Zurückschauens, die das Klenke Quartett mit Joseph Haydns spätem Streichquartett op. 77/1 und dem uraufgeführten Streichquartett Nr. 2 „Es ist genug“ des in Weimar altbekannten George Alexander Albrechts gestaltete.

„Freut Euch!“ waren die Worte, mit denen Pfarrer Hardy Rylke die Anwesenden einstimmte, und die vier Musikerinnen des seit fast 30 Jahren in Weimar verankerten Ensembles lieferten mit ihrer raschen Haydn-Interpretation einen zunächst fast beiläufigen Eindruck; doch schnell wurde unaufhaltsam klar, wie sehr hier die klassische und vornehm gehaltene Oberfläche des Werkes als Grundlage für satzübergreifende Raffinesse diente. Die Freude an den thematischen Gegensätzen und ihrer Zusammenführung war eine aufrichtige, und dem Klangkörper des Quartetts gelang es, die Geschlossenheit nie aus den Augen zu verlieren.

In dieser seltenen Möglichkeit, den Musizierenden wieder direkt gegenübersitzen zu können, wirkte Albrechts Streichquartett als Mahnung, deren Wirksamkeit von jedem Einzelnen abhängt. Es baut sich in drei Teilen um den Choral „Es ist genug“ auf, ein Klagelied, in dem um Erlösung gebeten wird, sofern das irdische Tun dazu genügt. Der musikalische Blick des 85-Jährigen gibt zwar keine unbedingten Klarheiten oder gar Anweisungen, aber er gibt dennoch ungemein viel. Einfühlsam gespielt, zerlegt die Klarheit des Quartetts das dichte musikalische Spiel mit der Choralmelodie zu immer neuen Eindrücken und fraglich bleibenden Gewissheiten, die sogleich dem nächsten Gedanken und der nächsten Möglichkeit weichen. Sichtlich gerührt und dankbar zeigte sich Albrecht beim Schlussapplaus und das Publikum ging nach diesem Abend mit zaghafter Hoffnung aus musikalischer Meisterhand nach Hause.

Philipp Etzel
Thüringer Allgemeine 14.12.20

 

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