Geheimnis des Klenke-Klangs

Thüringische Landeszeitung | 28.09.2009

Gibt es den spezifischen "Klenke-Klang"? Prägende Charakteristika zeichnen berühmte Ensembles aus; seien es die magisch-fluktuierende Belebtheit des Melos Quartetts, die auf den Primgeiger fixierte Saturiertheit des Alban Berg Quartetts oder die makellose Geschmeidigkeit des Emerson String Quartets. Eine bemerkenswerte Wegstrecke von 15 gemeinsamen Jahren verbindet auch das Klenke Quartett, das zum Auftakt seiner Kammermusikreihe im voll besetzten Bücherkubus der Weimarer Anna Amalia Bibliothek konzertierte.

»Entrückte Soli über reduzierten Klangteppichen und ein flirrender Sommernachtstraum im Scherzo begeisterten das Publikum«

Doch was macht das Spiel der Weimarer Absolventinnen unverkennbar, die mit Werken der Jubilare Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy sowie deren "goldener Mitte", Wolfgang Amadeus Mozart, aufwarteten? Eine von vielen möglichen Antworten ist sicherlich die aus einem Geist gegossene Werk-Exegese der Klenkes, die schon Haydns experimentelles Sonnenquartett D-Dur op. 20 zu einem höchst unterhaltsamen Hörerlebnis machte....

...Im Andante von Mendelssohns e-Moll-Quartett op. 44/2 offenbarte sich schließlich noch einmal eines der Geheimnisse des Klenke-Klangs - seine besondere Intimität. Entrückte Soli über reduzierten Klangteppichen und ein flirrender Sommernachtstraum im Scherzo begeisterten das Publikum, das mit der pastosen Zugabe des Andante cantabile aus Mozarts "Dissonanzen-Quartett" KV 465 belohnt wurde.

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