Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze

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Klenke Quartett - Joseph Haydn: Sieben Worte

Dass das Weimarer Klenke Quartett (ein ausschließlich mit Frauen besetztes Streichquartett) zu den intelligentesten und einfühlsamsten deutschen Streicher-Ensembles gehört, deuteten sie bereits mit ihren vielfach gelobten Mozart-Aufnahmen an, nun veröffentlichen sie eine Live-Einspielung der „Sieben Worte unseres Erlösers am Kreuze“ von Joseph Haydn (1732-1809), die diesen Eindruck vollends bestätigt. Wie schon bei Mozart, so überzeugt das Klenke Quartett auch bei den „Sieben Worten“ mit einem angenehm weichen, leichten Klang, wohl dosierter Dramatik und einem unüberhörbaren Gespür für die „Seele“ der Musik. Wenn sich die vier Musikerinnen langsam, aber unaufhaltsam dem dramatischen Höhepunkt des neunteiligen Werkes (Introduktion, die sieben letzten Aussprüche Jesu Christi als Sonaten und dann das abschließende Erdbeben) nähern, so ist in ihrer Interpretation das ganze menschliche (und nicht so sehr das überirdisch-göttliche) Schicksal greifbar, das man mit der Figur Jesus Christus am Kreuze verbinden kann. Das Klenke Quartett spielt die „Sieben Worte“ weniger als religiöses, denn als dramatisches Werk, ganz im Sinne der Klassik: Eine lobenswert einfühlsame, technisch brillante Aufnahme der Fassung für Streichquartett.

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