Bezaubernde Spielfreude

klassic.com | 12.03.2005

Klenke Quartett - Mozart Streichquartette 387/421

Gesamteinspielungen und CD-Reihen finden sich im Programm wohl jeden Labels. Auch Edition Günter Hänssler steht da nicht an und stellt seit Ende 2004 sein aktuelles Serien-Projekt in die Läden. Die ‘zehn berühmten Streichquartette’ Mozarts sollen es sein. Den Auftakt gibt das Klenke-Quartett mit der Einspielung der Quartette in G-Dur (KV 387) und d-Moll (KV 421), zweien der so genannten ‘Haydn-Quartette’, die Mozart seinem großen Vorbild widmete.

Es sind Stücke voller Bewegung, voller Kraft und Eindringlichkeit. Und so wie die vier Damen des Klenke-Quartetts spielen sind es auch Stücke voller Leidenschaft. Voller Spielfreude. Die unbedingte Bereitschaft, sich in den Dienst der Komposition zu stellen hört man den Musikerinnen ebenso an, wie ihre immense Spielfreude. Allein die Vorstellung des Hauptthemas im ersten Satz des G-Dur Quartetts bedarf keiner weiteren Erklärung, hier muss man nur zuhören, um zu verstehen, dass hier kein Pflichtprogramm heruntergespult wird, sondern Musik mit dem Herzen gemacht wird.

Mit expressiver Lebendigkeit im Allegro vivace assai und ebenso eindringlich wie klangschön im Andante cantabile beweisen Annegret Klenke, Beate Hartmann, Yvonne Uhlemann und Ruth Kaltenhäuser, dass man mit der richtigen Einstellung Mozarts Musik zu mehr als nur zum Klingen bringen kann.
Die verhaltenen, einleitenden Klänge des d-Moll Quartetts tun sich in all ihrer Tiefe auf, wobei der Interpretation zu keiner Zeit der Schmelz allzu romantisierender Einspielungen anhaftet – vom Kitsch ist man meilenweit entfernt. Form und Inhalt ergänzen sich glänzend und bilden einen Mozart, der auch schon mal nur Spaß macht.

Spaß macht auch der Klang dieser Einspielung, denn der ist glasklar und transparent. Kein Muff und kein Schmieren verleiden den Hörgenuss, sondern jede Stimme ist klar im Klangbild zu verorten und differenziert wahrnehmbar. In Zusammenarbeit mit dem SWR ist dem Klenke-Quartett hier eine wirklich schöne Ausnahme gelungen, der man von der ersten bis zur letzten Note eine große Portion Enthusiasmus anhört. Gut so.

Daniel Röder

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